Was ist ETH / Ethereum

Ethereum ist das wohl bekannteste Kryptowährungs-System nach dem Bitcoin. Das spiegelt sich sowohl in der Berichterstattung als auch in der Marktkapitalisierung wieder. Wie so oft beim Thema Cryptocurrencies ist die Informationslage für Neueinsteiger aber erst einmal unübersichtlich. Die folgende Einführung soll daher einen Überblick über Geschichte und Technik von Ethereum bieten. 

Geschichte von ETH
Nachdem ab 2009 mit Bitcoin die damals neuartige Blockchain-Technik für internationales Aufsehen gesorgt hatte, waren bis 2013 bereits erste Weiterentwicklungen der Technik in Form von Forks und Kopien erschienen, die aber vergleichsweise wenige Neuerungen mitbrachten. 
Ende 2013 veröffentlichte der damals 19jährige kanadisch-russische Softwareentwickler Vitalik Buterin dann seine Idee für eine völlig neuartige Nutzung des Blockchain-Ansatzes: Ethereum. Ethereum werde, so Buterin damals, nicht einfach nur eine weitere Kryptowährung, sondern vielmehr eine Plattform für dezentral arbeitende Software werden. 
Innerhalb von weniger als zwei Jahren stellten Buterin und seine Mitstreiter Gavin Wood und Jeffrey Wilcke dann auch tatsächlich die erste Version des Systems online. 

Technik und Unterschiede zu Bitcoin 
Wie Bitcoin setzt Ethereum eine Blockchain als dezentrale Datenbank für alle Transaktionen im System ein. Bei Bitcoin können allerdings im Wesentlichen nur Bitcoin-Transaktionen auf der Chain gespeichert werden. Die Ethereum-Blockchain sieht dagegen eine Vielzahl zusätzlicher Transaktionstypen vor, die in Form sogenannter Smart Contracts (dt. etwa: "intelligente Verträge") in die Blockchain gespeichert werden können. 
Solche Smart Contracts können unterschiedlichste realweltliche Vorgänge und Prozesse abbilden und mit Hard- und Softwareprodukten verknüpfen. 
Momentan nutzt das Ethereum-System noch einen bitcoinähnlichen Proof-of-Work-Ansatz, um die Blockchain fortzuschreiben und die eigene Kryptowährung Ether zu schürfen. Mittelfristig soll das aber auf Proof-of-Stake umgestellt werden, um das System energieeffizienter zu machen. Bei Proof-of-Stake-basierten Systemen werden keine komplexen (aber für sich genommen sinnlosen) Berechnungen mehr durchgeführt, um die Blockchain gegen Angriffe abzusichern. Stattdessen werden Angriffe aufwendig gemacht, indem nur Nutzer, die selbst längere Zeit Geld im System halten, neue Datenbankeinträge schreiben dürfen. 

Ethereum, Ether, ETH,  
Auch im Ethereum-Netzwerk gibt es eine eigene Kryptowährung, den Ether, kurz ETH bzw. Ξ. Dieser Token ist selbst als Smart Contract realisiert und wird wie oben beschrieben momentan per Proof-of-Work verteilt. Anders als bei Bitcoin gibt es hier allerdings keine harte Obergrenze für die Gesamtmenge. Stattdessen bleibt die Ausschüttungsrate für neue Tokens auf Dauer stabil, was de facto eine immer weiter absinkende Inflationskurve bedeutet. Es besteht die Annahme, dass sich hier langfristig ein Gleichgewicht zwischen der Menge neu ausgeschütteter und verlorener Einheiten auf der einen und dem Wert der Einheiten auf der anderen Seite einstellen wird. 

ICOs und ERC20 Tokens? 
Besonders populär ist das Ethereum-Netzwerk im Moment, um Smart Contracts für sogenannte Initial Coin Offerings (ICOs) auszuführen. ICOs sind gegenwärtig eine populäre Methode für junge Unternehmen, um sich zu finanzieren. Die bei ICOs ausgegebenen Token funktionieren im Grunde wie Anteilsscheine traditionell gehandelter Unternehmen. Wie Kryptowährungen werden sie allerdings dezentral gehandelt. In den meisten Fällen werden dazu sogenannte ERC20 Tokens verwendet. Dabei handelt es sich im Grunde um eine Art standardisiertes Format bzw. einen Standardvertrag, der eingesetzt wird, um die im Rahmen von ICOs ausgegebenen Tokens auf der Ethereum-Blockchain abzusichern. Besonders praktisch an dieser Standardisierung ist, dass sich die Token dadurch mit vielen verschiedenen Soft- und sogar Hardware-Wallets speichern lassen.